Saunen erklärt: Der Unterschied zwischen Trockensauna, Infrarotsauna und anderen Typen

Saunen erklärt: Der Unterschied zwischen Trockensauna, Infrarotsauna und anderen Typen

Ein Saunagang ist für viele Deutsche fester Bestandteil der Wellnesskultur – ob im Spa, im Fitnessstudio oder zu Hause. Doch Sauna ist nicht gleich Sauna. Neben der klassischen finnischen Trockensauna gibt es heute zahlreiche Varianten, die sich in Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Wirkung unterscheiden. Hier erfahren Sie, welche Saunatypen es gibt, wie sie funktionieren und welche am besten zu Ihren Bedürfnissen passt.
Die klassische Trockensauna – finnische Tradition und intensive Hitze
Die finnische Sauna ist der Inbegriff des Saunierens. Sie wird auf etwa 80 bis 100 Grad Celsius erhitzt, meist durch einen elektrischen oder holzbefeuerten Ofen. Die Luftfeuchtigkeit bleibt niedrig, es sei denn, man gießt etwas Wasser auf die heißen Steine – der sogenannte Aufguss sorgt dann für einen kurzen Dampfstoß und intensivere Hitze.
Die trockene, heiße Luft bringt den Kreislauf in Schwung und regt starkes Schwitzen an. Viele empfinden das als reinigend und entspannend. Nach dem Saunagang gehört die Abkühlung dazu – traditionell mit einer kalten Dusche, einem Tauchbecken oder im Winter sogar im Schnee. In Deutschland ist diese Wechselwirkung von heiß und kalt ein zentraler Bestandteil der Saunakultur.
Die Trockensauna ist ideal für alle, die hohe Temperaturen gut vertragen und das klassische Saunaerlebnis suchen. Für Einsteiger kann die Hitze jedoch anfangs ungewohnt sein.
Infrarotsauna – sanfte Wärme von innen heraus
Infrarotsaunen unterscheiden sich deutlich von traditionellen Modellen. Statt die Luft zu erhitzen, erzeugen sie Infrarotstrahlung, die direkt in die Haut und das Gewebe eindringt. Dadurch wird der Körper von innen heraus erwärmt. Die Raumtemperatur liegt meist zwischen 45 und 60 Grad Celsius – deutlich niedriger als in einer finnischen Sauna.
Die Wärme wird als milder empfunden, wirkt aber tief in die Muskulatur. Viele Nutzer berichten von einer Linderung bei Verspannungen und Gelenkbeschwerden. Da die Belastung für den Kreislauf geringer ist, eignet sich die Infrarotsauna auch für Menschen, die hohe Temperaturen meiden möchten. Zudem ist sie energieeffizient und schnell betriebsbereit, was sie besonders für den Heimgebrauch attraktiv macht.
Dampfbad – feuchte Wärme und sanfte Entspannung
Das Dampfbad, auch als Dampfsauna oder türkisches Bad bekannt, arbeitet mit hoher Luftfeuchtigkeit und niedrigerer Temperatur. Typisch sind etwa 40 bis 50 Grad Celsius bei nahezu 100 Prozent Luftfeuchtigkeit. Die feuchte Wärme legt sich wie ein weicher Schleier auf die Haut und sorgt für ein intensives Schwitzerlebnis ohne extreme Hitze.
Das Dampfbad ist wohltuend für Atemwege und Haut. Es öffnet die Poren, befeuchtet die Schleimhäute und kann helfen, Spannungen zu lösen. In vielen deutschen Thermen und Wellnessanlagen wird das Dampfbad mit ätherischen Ölen oder Kräuterdüften kombiniert, um die Wirkung zu verstärken.
Bio- und Kombisaunen – flexible Varianten für jeden Geschmack
Zwischen der trockenen und der feuchten Sauna liegen die sogenannten Bio- oder Kombisaunen. Sie arbeiten mit moderaten Temperaturen von etwa 50 bis 70 Grad und einer mittleren Luftfeuchtigkeit. Dadurch entsteht ein angenehmes Klima, das viele als weniger belastend empfinden.
Oft sind Bio-Saunen mit Licht- oder Aromatherapie ausgestattet, was das Saunaerlebnis noch vielseitiger macht. In modernen Wellnessbereichen sind sie beliebt, weil sie sich individuell anpassen lassen – von mild bis intensiv.
Welche Sauna passt zu Ihnen?
Die Wahl der richtigen Sauna hängt von Ihren Vorlieben und gesundheitlichen Bedürfnissen ab. Wer das traditionelle, intensive Schwitzen liebt, ist mit der finnischen Trockensauna bestens beraten. Wer eine sanftere, kreislaufschonende Wärme bevorzugt, findet in der Infrarotsauna eine gute Alternative. Und wer feuchte Wärme und Hautpflege schätzt, wird das Dampfbad genießen.
Auch praktische Aspekte spielen eine Rolle: Infrarotsaunen benötigen weniger Energie und Platz, während Dampfbäder mehr Wartung und Feuchtigkeitskontrolle erfordern. In öffentlichen Saunen und Thermen können Sie verschiedene Typen ausprobieren, um herauszufinden, welche Ihnen am besten bekommt.
Sauna als Teil des Wohlbefindens
Regelmäßiges Saunieren kann das Immunsystem stärken, die Muskulatur entspannen und das allgemeine Wohlbefinden fördern. Wichtig ist, auf den eigenen Körper zu hören: kurze Sitzungen, ausreichend Flüssigkeit und Pausen zur Abkühlung gehören immer dazu.
Ob traditionell oder modern – die Sauna bleibt ein Ort der Ruhe und Regeneration. Sie bietet nicht nur Wärme, sondern auch die Möglichkeit, abzuschalten, tief durchzuatmen und neue Energie zu tanken.













